Rezension: Planet im Todeskampf von Philip Wylie

Schließlich ist das größte Kompliment, welches man einem Science Fiction Autor machen kann, zu sagen, er könne Geschehnisse vorhersagen!

Vor kurzem entdeckte ich ein Werk, dem dieses Kompliment gebührt. Leider muss man sagen. Denn es ist eine dunkle Vorhersage. „Planet im Todeskampf“ ist weniger ein Roman, als eine detaillierte Dokumentation über einen fiktiven Umweltkollaps. Nachdem vor kurzem offiziell bekannt wurde, dass das berüchtigte 1,5-Grad-Ziel verfehlt wird, wirkt diese Warnung aus den 1980igern aktueller denn je. In einem Kapitel wird sogar der Plot von „Der Schwarm“ vorweggenommen. Ob sich Herr Schätzing von diesem Werk inspirieren ließ?

Das Buch erinnert in seiner Form an „The Ministery for the Future“ – oder besser gesagt an seine Antithese. Letztgenanntes Werk ist eine Ode an den menschlichem Erfindungsgeist im Angesicht einer Katastrophe. In „Planet im Todeskampf“ dagegen werden Probleme bis zum bitteren Ende geleugnet. Es gibt zwar ein paar Helden, doch diese sind tragischer Natur. Alles was ihnen bleibt, ist ungehörte Warnungen auszusprechen und schließlich die letzten paar Überlebenden zu retten.

Beide Bücher bestehen nicht aus einem zentralen Handlungsstrang. Stattdessen vereinen sie größtenteils voneinander unabhängige Kapitel, welche zusammengenommen den Zustand der jeweiligen Welt beschreiben. Bei „The Ministry for the Future“ sind dies einzelne Kurzgeschichten – bei „Planet im Todeskampf“ sind es Kurzdokumentationen. Der damit verbundene nüchterne Schreibstil mindert leider die Lesefreude etwas. Das Werk beeindruckt somit mehr mit seinem Inhalt, als mit Spannung oder packenden Dialogen.

Ob auch unserer Erde ein Todeskampf droht, wird die Zeit zeigen. Das Genre der Climate Fiction hat „Planet im Todeskampf“ jedenfalls vorweggenommen. Und das alleine ist schon eine Leistung, die nur wenige Autoren vorweisen können.

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