Die besten animierten Sci-Fi-Serien: Psycho-Pass Staffel 1 (2012)

Psycho-Pass bezeichnet umgangssprachlich den Messwert für den psychischen Zustand der Seele eines Individuums.

Deutsches Outro

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Inzwischen sind sich wahrscheinlich die meisten Analysten darüber einig, dass wir im Zeitalter des gläsernen Menschen leben. Die Vision so mancher Sci-Fi-Autoren ist somit wahr geworden. Zeit also, einen Schritt weiter zu gehen: Was, wenn nicht nur die Taten, sondern auch die Gedanken eines Menschen gelesen werden können?

Psycho-Pass stellt uns eine Gesellschaft vor, in der die geistige Gesundheit eines Menschen mit Scannern gemessen werden kann, als wäre es die Körpergröße. Und diese Messung bestimmt auch den Wert des Menschen. Wessen geistige Verfassung bedenklich ist, gilt als latenter Verbrecher – und verliert einen Großteil seiner Bürgerrechte. Wer noch weiter ausschert, wird liquidiert.

Getreu nach dem Motto „einen Dieb fängt man am besten mit einem Dieb“ wird diese Arbeit von Menschen erledigt, deren geistige Verfassung selbst angeschlagen ist – sogenannte Vollstrecker. Sie werden Polizisten mit guter geistiger Verfassung als Bluthunde zur Seite gestellt.

Ihr ahnt es sicher schon: Psycho-Pass bedient sich des Krimi-Genres, um eine dystopische Geschichte zu erzählen. Damit treten die Macher der Serie in die Fußstapfen großer Meister. Schon Isaac Asimov bediente sich des Krimi-Genres um den Leser in seine Stahlhöhlen einzuführen.

In Psycho-Pass geschieht dies durch die Augen einer jungen Polizistin, die gerade ihren Dienst beginnt. Wir Zuseher wachsen somit mit der Protagonistin – ein altbekannter, aber sehr wirkungsvoller Trick. Ihre Entwicklung von der naiven und gutherzigen Anfängerin, die mit dem System hadert bis hin zum Profi, der hinter die Kulissen der scheinbar perfekten Welt blickt, ist flüssig und glaubwürdig. Das liegt vor allem auch an ihren Interaktionen mit ihren Kollegen. Genretypisch wird ihr ein altgedienter Profi mit dunkler Vergangenheit (und angeschlagener Psyche) zur Seite gestellt.

Für einen guten Krimi braucht es neben dem Detektiv aber auch einen Mörder. Und hier brilliert Psycho-Pass. Der Schurke ähnelt in gewisser Weise Hannibal Lecter: Charismatisch, manipulativ, hoch intelligent. Und philosophisch angehaucht. Er will jenes System, zerstören, dem die Helden gezwungen sind zu dienen. Und immer wieder hält er ihnen den Spiegel vor. Seine Motive wecken Sympathien – aber seine Grausamkeit und Unbarmherzigkeit stoßen ab. Diese Balance aus Faszination und Abstoßung erreichen nur die besten der Schurken.

Psycho-Pass bietet alles, was man von einem Krimi/Thriller in einem dystopischen Setting erwarten kann. Nur die teilweise recht derben Gewaltszenen können manche Zuseher abschrecken. Leider erreicht die Serie mit Staffel 1 bereits ihren Höhepunkt, der in nachfolgenden Werken nicht mehr erreicht wird. Das liegt darin, dass die Entwicklung der Charaktere nach Staffel 1 abgeschlossen ist. Tatsächlich tauchen einige von ihnen in späteren Werken gar nicht mehr auf. Jene, die sie ersetzen, komnen leider nie ganz an ihre Vorgänger heran. Doch ein Genre zu meistern – und sei es nur für eine Staffel – ist bereits etwas Besonderes.

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