YouTube: Ein Fazit

Vor etwas mehr als einem Jahr, genauer gesagt am 11.10.2020, begann ich mein kleines YouTube-Experiment. Ich verfolgte einen simplen 2-stufigen Plan:

Schritt 1: Lade Videos auf Youtube hoch

Schritt 2: Werde reich und berühmt.

Aus nicht gänzlich geklärten Ursachen, konnte Schritt 2 nicht umgesetzt werden. Aber der Aufwand war dennoch nicht umsonst. Mein kurzer Wechsel vom Medium Text zum Medium Video verhalf mir zu so mancher Erkenntnis:

  1. Die schönste Stimme ersetzt kein gutes Mikro

Gut, ich bin kein Opernsänger. Ich singe noch nicht einmal beim Duschen. Trotzdem klingt meine Stimme in Natur etwas besser, als in meinen ersten Videos. Ihr könnt euch gerne davon überzeugen. In „Corona aus dem Labor?“ kam zum (definitiv) letzten Mal mein altes Mirko zum Einsatz. In den darauf folgenden Videos griff ich auf ein höher entwickeltes Gerät zurück. Der Unterschied ist hörbar.

  1. Online Diskussionen haben sich ihren schlechten Ruf verdient

Ich weiß, man sollte nicht verallgemeinern. Es gibt in den Tiefen des Internets genügend intelligente, faire und respektvolle Diskussionspartner, die nur darauf warten, dass man sich mit ihnen austauscht. Aber allzu oft, trifft man auf andere Individuen. Jene nette Person, auf die ich traf, war der Meinung, ihre und nur ihre, Thesen, müssten auch ohne Angabe von Quellen akzeptiert werden. Da ihre Aussagen per Definition unwiderlegbar waren, mussten meine falsch sein. Meine Quellen zählten folgerichtig ebenfalls nicht und wurden, ohne gelesen zu werden, abgelehnt.

Wenig überraschend konnte ich dieser Logik nicht zustimmen. So verabschiedete ich mich, noch bevor Godwin‘s Law zur Anwendung kam und überließ meinem Gesprächspartner das letzte Wort. Eine Gelegenheit, die er sehr ausführlich genutzt hat.

Ich will nicht zu kritisch sein. Vielleicht haben wir zwei uns einfach auf dem falschen Fuß erwischt. Allerdings trug diese Begebenheit nicht dazu bei, das Ansehen sozialer Medien in meinen Augen zu erhöhen. Zugegeben, von einem Blogbetreiber klingt das etwas heuchlerisch. Zu meiner Verteidigung: Dies ist primär eine Lese- und keine Diskussionsplattform.

  1. Schuster bleib bei deinen Leisten

Mein Medium ist der Text. Gut, aus der Feder eines Romanautoren klingt das jetzt nicht sonderlich überraschend. Aber allzu oft vergisst man die eigene Passion zu Gunsten einer verführerischen Tätigkeit. Das Erstellen von Videos hat mich einiges gelehrt und nicht wenige meiner Fähigkeiten verbessert. Aber letzten Endes ist es das Schreiben, das mich erfüllt. Und es wäre doch schade, wenn mein dritter Roman wegen ein paar Videos später erscheinen würde als geplant, nicht wahr?

In diesem Sinne: Ich respektiere alle erfolgreichen YouTuber für die Zeit und Energie, die sie in ihre Projekte stecken. Ein Aufwand, der von vielen Menschen immer noch unterschätzt wird.

Aber Bücher zu schreiben ist auch gar nicht so leicht. Mir jedoch macht es große Freude. Und ich werde mich künftig noch stärker darauf fokussieren.

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